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Vor Pariser Klimakonferenz: Gesundheitsexperten fordern Bundesregierung zum Ausstieg aus Kohleverstromung auf

Berlin, 12. Oktober 2015 , Anlässlich des World Health Summit in Berlin fordern Gesundheitsexperten einen Rückgang der Kohleverstromung, um Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel sowie Luftverschmutzung vorzubeugen. Die Health and Environment Alliance HEAL kritisierte, dass die Vorteile von Klimaschutzmaßnahmen in der deutschen Gesundheitspolitik bisher nicht ausreichend berücksichtigt werden.

„Schadstoffe aus der Kohleverstromung sind auch hierzulande für mehrere Tausend vorzeitige Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Ein Ausstieg aus der Kohleverstromung beugt Atemwegs-erkrankungen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems vor und kann Gesundheitskosten von bis zu 6,4 Milliarden pro Jahr vermeiden“, sagte Julia Huscher, Expertin für Energie und Gesundheit bei HEAL.

Dr. Markus Salomon, Mitarbeiter des Sachverständigenrates für Umweltfragen: "Wer die nationalen Klimaschutzziele ernst nimmt, muss auch eine eindeutige Aussage über den Ausstieg aus der Kohleverstromung machen. Die Bundesregierung sollte dazu noch in dieser Legislaturperiode einen Zielfindungsprozess anstoßen.“ Dr. Salomon weiter: „Die Kommunen sind gefordert die Lebensqualität in den Städten und damit auch den Gesundheitsschutz zu verbessern. Dafür muss der motorisierte Verkehr zurückgedrängt werden. Das dient auch dem Klimaschutz.“

Erst im Juni warnte eine Expertenkommission des renommierten medizinischen Fachjournals „The Lancet“ vor Klimawandelfolgen wie Hitzewellen, Überflutung, Nahrungsmittelknappheit und neuen Infektionskrankheiten. Die gesundheitlichen Fortschritte der letzten fünf Dekaden könnten so zunichte gemacht werden.

Professor Andy Haines, Mit-Autor des Lancet-Berichtes: „Sollten die Bemühungen scheitern, die globale Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, werden die Folgen für die Gesundheit auch in Europa nicht mehr durch Anpassungsmaßnahmen zu bewältigen sein. Deshalb müssen wir Anstrengungen zum Klimaschutz so schnell wie möglich voranbringen, einschließlich eines Ausstiegs aus fossilen Energieträgern.“

Dr. Claudia Hornberg, stellvertretende Vorsitzende der Kommission Umweltmedizin am Robert-Koch-Institut und Professorin an der Fakultät Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld: „Die Folgen des Klimawandels haben auch hierzulande bereits aktuell eine große Bedeutung für den Gesundheitsschutz. Es gibt gesellschaftliche Gruppen, die besonders vom Klimawandel betroffen sein werden, und diese haben oft nicht ausreichende Mittel zur Verfügung, sich an die Veränderungen anzupassen.“

HEAL stellte eine an die deutsche Bundesregierung gerichtete Petition vor, in der sie unter anderem einen nationalen Ausstiegsplan aus der Kohleverstromung und eine stärkere Berücksichtigung von Gesundheitsbelangen in klima- und energiepolitischen Entscheidungen fordert. Gesundheitsverbände aus Deutschland sind dazu aufgefordert, diese Petition mitzuzeichnen.

Weiterführende Informationen:

Aufruf an die Bundesregierung: “Gesundheit und Klimaschutz gemeinsam fördern”

HEAL (2013): Was Kohlestrom wirklich kostet: Gesundheitsfolgen und externe Kosten durch Schadstoffemissionen.

In einer gesundheitsökonomischen Bewertung untersuchte HEAL die durch Schadstoffemissionen von europäischen Kohlekraftwerken verursachte Sterblichkeit sowie Krankheitsfälle und damit verbundene volkswirtschaftliche Kosten. Für Kohlekraftwerke in Deutschland belaufen sich diese Kosten auf 2,3 bis 6,4 Milliarden Euro pro Jahr, bezogen auf das Emissionsjahr 2009. Etwa 29,300 verlorene Lebensjahre, was in etwa 2,700 Sterbefällen pro Jahr entspricht, wurden den Kraftwerksemissionen zugerechnet, ebenso 620,000 Krankentage und 1,300 Neuerkrankungen an chronischer Bronchitis.

The Lancet, Juni 2015: Health and climate change.

Kontakt:

Julia Huscher, Expertin für Energie und Gesundheit bei HEAL: 0176 / 30 76 51 77 sowie julia@env-health.org

Originally posted on 12 October 2015

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