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Wie mit Steuergeldern gesundheitsschädliche Industrien gefördert werden

● Neuer HEAL Bericht zeigt, wie die Subventionierung von Öl, Kohle und Gas weltweit zu vorzeitigen Todesfällen, Gesundheitsauswirkungen wie Herz- und Lungenleiden sowie gewaltigen Gesundheitskosten führt und dem Pariser Klimaabkommen zuwiderläuft
● Die Gesundheitskosten, die durch die Nutzung fossiler Brennstoffe entstehen, sind in G20-Staaten mehr als sechsmal so hoch wie ihre staatlichen Subventionen: 444 Milliarden USD vs. 2.758 Milliarden USD (416 Milliarden Euro vs. 2.600 Milliarden Euro)
● HEAL ruft die politisch Verantwortlichen dazu auf, aus Gesundheitsgründen die Subventionen für fossile Brennstoffe auslaufen zu lassen. Stattdessen könnten diese Gelder für das öffentliche Gesundheitswesen oder für saubere Energieformen eingesetzt werden


Brüssel, 27. Juli 2017 – Die Health and Environment Alliance (HEAL) hat den Bericht Hidden Price Tags: How ending fossil fuel subsidies would benefit our healthveröffentlicht, der zum ersten Mal staatliche Subventionen für fossile Brennstoffe mit den Gesundheitskosten, die aus der Gewinnung und Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen, vergleicht.

Durch die Nutzung fossiler Brennstoffe werden tausende Tonnen Luftschadstoffe freigesetzt und der Klimawandel befeuert. Doch nahezu alle Regierungen weltweit nutzen große Mengen öffentlicher Gelder – die Steuern ihrer Bürger – um die Förderung und Produktion von Öl, Gas und Kohle zu unterstützen. Trotz einem beinahe 10 Jahre alten Bekenntnis, diese finanzielle Unterstützung auslaufen zu lassen, ist die Subventionierung schädlicher Energiequellen in G20 Ländern weiter an der Tagesordnung. HEALs Report zeigt, dass dadurch Gesundheitskosten entstehen, die in G20 Staaten durchschnittlich über sechsmal so hoch sind wie die Subventionen: 444 Milliarden USD vs. 2.758 Milliarden USD (416 Milliarden Euro vs. 2.600 Milliarden Euro).

Luftverschmutzung verursacht jährlich den frühzeitigen Tod von geschätzten 6,5 Millionen Menschen weltweit, durch Atemwegsinfekte, Schlaganfälle, Herzinfarkte, Lungenkrebs und chronische Lungenkrankheiten. Ein großer Teil der Luftverschmutzung geht auf das Konto fossiler Brennstoffe. Diese Gesundheitskosten, die Luftverschmutzung, Klimawandel und Umweltverschmutzung mit sich bringen, werden nicht von der Industrie, sondern vom Steuerzahler getragen.

Genon K. Jensen, Geschäftsführerin von HEAL sagte dazu: “Politisch Verantwortliche in Europa und auf der ganzen Welt haben wieder und wieder Bekenntnisse zum Klimaschutz und zur Dekarbonisierung der Wirtschaft abgegeben. Trotzdem verteilen sie weiterhin Milliarden an die Öl, Kohle und Gasindustrie. Diese Finanzierung fossiler Brennstoffe befeuert den Klimawandel und schädigt unsere Gesundheit. Die Abschaffung dieser Subventionen sollte nicht länger auf die lange Bank geschoben werden, denn sie setzt die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel.“

Der Report untersucht die wahren Kosten der Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Subventionen für fossile Energieträger in einer Reihe ausgewählter Staaten verursachen. Im Vereinigten Königreich beispielsweise sind die Gesundheitskosten der von fossilen Brennstoffen verursachten Luftverschmutzung beinahe fünfmal so hoch wie die ausgezahlten Subventionen – das heißt, britische Bürger leiten nicht nur 6,5 Milliarden US-Dollar an öffentlichen Geldern an eine der weltweit reichsten Industrien weiter, sie müssen auch die 30,7 Milliarden US-Dollar an Gesundheitskosten stemmen, die allein die frühzeitigen Todesfälle durch Luftverschmutzung verursachen. In China häufen sich unglaubliche 1.785 Milliarden US-Dollar an Gesundheitskosten durch Luftverschmutzung an – mehr als 18-mal so viel wie der Staat an Öl-, Gas- und Kohleproduzenten aushändigt, und dies in einem Land, in dem schon heute 1,6 Millionen Menschen frühzeitig aufgrund von Luftverschmutzung sterben.

Im Bericht legt HEAL eine Reihe von Empfehlungen für politische Entscheidungsträger vor. Zentrale Forderung ist, Subventionen für fossile Energieträger bis 2020 (in Industrienationen) beziehungsweise 2025 (in einkommensschwachen Wirtschaften) auslaufen zu lassen, um frühzeitige Todesfälle, schlechte Gesundheit und Klima-Chaos zu reduzieren und den Weg für erneuerbare, saubere Energieträger und deren vielseitige Gesundheitsvorteile freizumachen.

Der Report hebt auch hervor, wie die Förderungen umverteilt werden könnten, um die Vorteile für die öffentliche Gesundheit zu steigern. In Deutschland machen zum Beispiel die 5,4 Milliarden US-Dollar (5,1 Milliarden Euro) an Subventionen sowohl genug Steuergelder aus, um mehr als 300,000 Haushalte mit Solarmodulen auszustatten, als auch um den Übergang für Deutschlands 15.000 Beschäftigte in der Kohleindustrie für die kommenden fünf Jahre zu sichern.

In Ländern wie der Türkei oder Polen entsprechen diese Subventionen öffentlichen Geldern, die in hohem Maβe das öffentliche Gesundheitssystem stärken könnten. In Polen zum Beispiel könnten diese Gelder zum Bau von 34 neuen Krankenhäusern beitragen und die Zahl an Ärzten im Land um 30.000 erhöhen.

Eine der besten politischen Strategien zur Reduzierung von Subventionen für fossile Energieträger ist der zeitgleiche Beginn von allgemeiner kostenloser Gesundheitsversorgung. Die Einsparungen des einen finanzieren das andere. Die Kombination der beiden Strategien kann signifikante gesundheitliche, wirtschaftliche und ökologische Vorteile bringen und bedeutet einen großen politischen Gewinn für den, der kostenlose Gesundheitsversorgung für seine Bürger einführt,” - Robert Yates, Senior Fellow, Chatham House


HEAL contacts available for interview:
● Génon K. Jensen, Executive Director, Health & Environment Alliance (HEAL), E-mail: genon@env-health.org, Tel.: +32 (0) 2234 36 44
● Vijoleta Gordeljevic, lead author of the report, Health and Climate Change Coordinator, HEAL, E-mail: vijoleta@env-health.org, Tel.: +32 (0) 2234 36 42

Fossil Fuel Subsidies International expert available for interview:
● Shelagh Whitley, Head of Programme, Climate and Energy Programme, E-mail: s.whitley@odi.org.uk , Tel: +44 (0) 2079220382 Mob: +44 (0) 7702719151

Health professional available to talk about health impacts of fossil fuels:
● Prof Jonathan Grigg, Professor of Paediatric Respiratory and Environmental Medicine, Centre for Genomics and Child Health, E-mail: j.grigg@qmul.ac.uk Tel: +44 (0) 20 7882 2206
● Prof Paul Wilkinson, Professor Environmental Epidemiology , London School of Hygiene and Tropical Medicine, E-mail: Paul.Wilkinson@lshtm.ac.uk, Tel. +44 (0) 20 7927 2444, Mob. +44(0)7501 992497
● For Germany only: Prof Rainer Sauerborn, Professor of Global Health & Climate Change at Heidelberg University and Visiting Professor at the Harvard School of Public Health, E-mail: rainer.sauerborn@urz.uni-heidelberg.de| Tel: +49 (0)6221 56-5038


Other resources:

This press release is also available in English and Polish.

● A campaign website that will allow interested people and institutions to sign up and stay informed about actions that demand #stopfundingfossils

Memes and other visuals displaying fossil fuel subsidy facts and figures to use on social media and share widely

Overview of sources used for country specific calculations on alternative spending of fossil fuel subsidies in China, Germany, India, Poland, South Africa, Turkey and the United Kingdom.

Originally posted on 27 July 2017

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The Health and Environment Alliance (HEAL) is a leading European not-for-profit organisation addressing how the environment affects health in the European Union (EU). We demonstrate how policy changes can help protect health and enhance people’s quality of life. Read more »

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